Lagersicherheit rechtlich absichern: Was Sie über Palettenregale wissen müssen

In der modernen Logistik und Lagerhaltung sind sie das Rückgrat jeder Effizienz: Palettenregale. Sie ermöglichen eine systematische, platzsparende und schnelle Einlagerung von Waren und sind aus Industrie, Handel und Gewerbe nicht mehr wegzudenken. Doch hinter der scheinbar simplen Stahlkonstruktion verbirgt sich eine komplexe Welt aus rechtlichen Pflichten und sicherheitstechnischen Anforderungen. Viele Unternehmer unterschätzen die Tragweite ihrer Verantwortung als Betreiber. Ein Mangel an Wissen kann hier nicht nur zu Betriebsstörungen, sondern auch zu schweren Unfällen, empfindlichen Bußgeldern und dem Verlust des Versicherungsschutzes führen. Umfassende Kenntnisse über die geltenden Vorschriften sind daher keine Option, sondern eine unternehmerische Notwendigkeit. Wer auf zertifizierte Qualität und fachkundige Beratung setzt, wie sie beispielsweise bei Anbietern wie Palettenregale 24 zu finden ist, legt den Grundstein für einen rechtssicheren und sicheren Lagerbetrieb.

Die gesetzliche Grundlage: BetrSichV und DIN-Normen als Fundament

Die Verantwortung für die Sicherheit von Lagereinrichtungen wie Palettenregalen ist in Deutschland klar geregelt. Die zentrale Vorschrift ist die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV), die Arbeitgeber dazu verpflichtet, ihren Mitarbeitern ausschließlich sichere Arbeitsmittel zur Verfügung zu stellen. Palettenregale fallen explizit unter diese Definition. Die Verordnung fordert eine systematische Gefährdungsbeurteilung, aus der die notwendigen Schutzmaßnahmen abgeleitet werden müssen. Dies umfasst nicht nur die Auswahl des richtigen Regalsystems, sondern auch dessen korrekte Montage, Kennzeichnung und regelmäßige Überprüfung. Ein Verstoß gegen die BetrSichV kann als Ordnungswidrigkeit oder im Schadensfall sogar als Straftat gewertet werden.

Konkretisiert werden diese allgemeinen Anforderungen durch technische Normen, allen voran die europäische Norm DIN EN 15635. Sie gilt als anerkannte Regel der Technik und beschreibt detailliert die Anforderungen an den sicheren Betrieb von ortsfesten Regalsystemen aus Stahl. Die Norm behandelt Aspekte von der Montage über die Belastungsgrenzen bis hin zur entscheidenden regelmäßigen Inspektion. Gerichte ziehen diese Norm im Streitfall heran, um zu bewerten, ob ein Unternehmer seinen Sorgfaltspflichten nachgekommen ist. Die Einhaltung der DIN EN 15635 ist somit der praktischste und sicherste Weg, um die Vorgaben der Betriebssicherheitsverordnung für Palettenregale zu erfüllen und die rechtliche Absicherung des Unternehmens zu gewährleisten.

“Ein stabiles Regal ist die Basis, die Einhaltung der Vorschriften das Fundament für einen sicheren Lagerbetrieb.”

Die Investition in hochwertige, normkonforme Palettenregale ist daher mehr als eine betriebswirtschaftliche Entscheidung – sie ist eine Investition in die rechtliche und physische Sicherheit des gesamten Betriebs. Produkte mit klaren Qualitätsmerkmalen wie “Made in EU” oder langjährigen Herstellergarantien bieten eine verlässliche Grundlage, um diesen Anforderungen von Beginn an gerecht zu werden. Sie stellen sicher, dass die Konstruktion, die Materialien und die angegebenen Traglasten den strengen europäischen Standards entsprechen und somit die Basis für einen gesetzeskonformen Einsatz bilden.

Die jährliche Regalinspektion: Eine unverzichtbare Betreiberpflicht

Eine der zentralen und oft vernachlässigten Pflichten, die sich aus der DIN EN 15635 und der BetrSichV ergibt, ist die regelmäßige Inspektion der Palettenregale. Der Gesetzgeber unterscheidet hierbei zwischen der laufenden Sichtkontrolle durch geschultes Personal und der umfassenden Experteninspektion. Während Lagermitarbeiter im Idealfall wöchentlich auf offensichtliche Schäden wie verbogene Stützen oder fehlende Sicherungsstifte achten sollten, ist mindestens einmal alle 12 Monate eine Prüfung durch eine „befähigte Person“ gesetzlich vorgeschrieben. Diese Person muss über die notwendige Fachkenntnis und Erfahrung verfügen, um den Zustand der Regalanlage kompetent und unabhängig beurteilen zu können.

Bei dieser Experteninspektion wird die gesamte Regalanlage auf Herz und Nieren geprüft. Der Inspekteur kontrolliert systematisch, ob die Struktur noch den Herstellervorgaben und den Sicherheitsstandards entspricht. Zu den Prüfpunkten gehören unter anderem die Vertikalität der Stützen, der Zustand von Schweißnähten, sichtbare Verformungen durch Anfahrschäden, die Vollständigkeit und Funktion von Sicherungselementen sowie die Korrektheit und Lesbarkeit der Belastungsschilder. Alle Ergebnisse müssen in einem schriftlichen Prüfprotokoll festgehalten werden. Dieses Dokument dient als wichtiger Nachweis gegenüber Behörden und Versicherungen, dass der Betreiber seiner Prüfpflicht nachgekommen ist.

Die Konsequenzen einer unterlassenen oder unsachgemäß durchgeführten Inspektion sind gravierend. Im Falle eines Unfalls drohen nicht nur zivilrechtliche Haftungsansprüche, sondern auch strafrechtliche Ermittlungen gegen die Verantwortlichen. Zudem kann die Berufsgenossenschaft die Übernahme von Kosten verweigern. Die regelmäßige Inspektion ist somit ein unverzichtbares Instrument des Risikomanagements. Häufig festgestellte Mängel sind:

  • Anfahrschäden an Regalstützen durch Gabelstapler
  • Fehlende oder beschädigte Sicherungsstifte in den Traversen
  • Überladung einzelner Fächer oder ganzer Regalfelder
  • Unleserliche oder fehlende Traglastschilder
  • Risse in Schweißnähten oder im Fundament

Traglast und Kennzeichnung: Warum korrekte Angaben lebenswichtig sind

Die Stabilität eines Palettenregals hängt maßgeblich von der Einhaltung der vom Hersteller vorgegebenen Belastungsgrenzen ab. Eine Überladung ist eine der häufigsten Ursachen für katastrophale Regalzusammenbrüche. Aus diesem Grund schreibt der Gesetzgeber eine klare und dauerhaft angebrachte Kennzeichnung an jedem Regal vor. Diese sogenannten Belastungsschilder müssen für jeden Mitarbeiter, insbesondere für Staplerfahrer, gut sichtbar sein und unmissverständliche Angaben zur maximal zulässigen Fach- und Feldlast enthalten. Die Fachlast bezeichnet das maximale Gewicht, das auf einem einzelnen Trägerpaar (einer Regalebene) gelagert werden darf. Die Feldlast hingegen definiert die Summe aller Fachlasten innerhalb eines einzelnen Regalabschnitts zwischen zwei Stützen.

Die korrekte Ermittlung und Kommunikation dieser Werte ist eine grundlegende Betreiberpflicht. Es reicht nicht aus, die Schilder nur anzubringen; die Mitarbeiter müssen auch umfassend über deren Bedeutung geschult werden. Jede nachträgliche Veränderung am Regalaufbau, beispielsweise das Versetzen von Traversen, kann die Statik und damit die zulässigen Lasten verändern und erfordert eine Neubewertung und eventuell eine neue Kennzeichnung durch eine fachkundige Person. Die Missachtung dieser Vorschriften wird als grob fahrlässig eingestuft und führt im Schadensfall unweigerlich zu einer vollen Haftung des Betreibers.

Um die Unterschiede klar zu verdeutlichen, hier eine einfache Gegenüberstellung:

BegriffDefinitionBeispiel 
FachlastMaximale Belastung einer einzelnen Lagerebene (zwischen zwei Stützen).3.000 kg pro Palette auf einem Trägerpaar.
FeldlastSumme aller Fachlasten in einem Regalfeld (zwischen zwei Stützenrahmen).9.000 kg bei drei Ebenen mit je 3.000 kg Fachlast.

Die Wahl eines Anbieters, der nicht nur robuste Palettenregale verkauft, sondern auch eine 5-jährige Herstellergarantie und eine langjährige Nachkaufgarantie bietet, schafft zusätzliches Vertrauen. Es signalisiert, dass der Hersteller von der Qualität und Langlebigkeit seiner Produkte überzeugt ist und die statischen Berechnungen verlässlich sind. Dies ist eine wichtige Grundlage für eine rechtssichere Kennzeichnung und einen dauerhaft sicheren Betrieb.

Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen: Rammschutz und Zubehör im rechtlichen Kontext

Die gesetzlichen Anforderungen an die Lagersicherheit gehen über die reine Stabilität und Kennzeichnung der Palettenregale hinaus. Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung muss der Betreiber auch die Risiken analysieren, die durch den laufenden Betrieb, insbesondere durch den Einsatz von Flurförderzeugen wie Gabelstaplern, entstehen. Eine der größten Gefahrenquellen sind Kollisionen, bei denen Regalstützen beschädigt werden und ihre Tragfähigkeit verlieren können. Daher ist die Anbringung eines wirksamen Rammschutzes an den Eckbereichen und an Durchfahrten von Regalanlagen in den meisten Fällen nicht nur eine Empfehlung, sondern eine rechtliche Notwendigkeit, die sich aus den Vorschriften der Berufsgenossenschaften (DGUV Regel 108-007) ergibt.

Der Rammschutz muss so dimensioniert sein, dass er die typischerweise auftretenden Anprallenergien absorbieren kann, ohne dass die Regalstütze Schaden nimmt. Klassische Lösungen sind auf dem Boden verdübelte Stahlelemente in Signalfarben. Die Investition in einen qualitativ hochwertigen Rammschutz ist eine der effektivsten Maßnahmen, um die Integrität der Palettenregale zu schützen und teure Reparaturen oder gar katastrophale Ausfälle zu verhindern. Die Kosten für den Rammschutz sind im Vergleich zu den potenziellen Folgekosten eines Unfalls verschwindend gering.

Neben dem Rammschutz gibt es weiteres sicherheitsrelevantes Zubehör, das zur Erfüllung der Sorgfaltspflicht beitragen kann. Sogenannte Durchschubsicherungen verhindern, dass Paletten auf der Rückseite des Regals zu weit durchgeschoben werden und herunterfallen, was besonders in Doppelregalzeilen oder bei Regalen vor Verkehrswegen essenziell ist. Gitterrostböden anstelle von einfachen Traversen bieten eine durchgehende Auflagefläche und verhindern das Herabfallen von kleineren Gegenständen oder beschädigten Paletten. Die Auswahl und Installation dieser Komponenten ist Teil eines umfassenden Sicherheitskonzepts, das beweist, dass der Unternehmer alle zumutbaren Vorkehrungen getroffen hat, um Gefahren für seine Mitarbeiter zu minimieren.

Proaktive Sicherheit als wirtschaftlicher Erfolgsfaktor

Die Auseinandersetzung mit den rechtlichen und technischen Anforderungen an Palettenregale mag auf den ersten Blick wie eine lästige Pflicht erscheinen. Bei genauerer Betrachtung erweist sie sich jedoch als strategischer Vorteil. Ein proaktives Sicherheitsmanagement, das auf hochwertigen, normkonformen Regalsystemen und der konsequenten Einhaltung aller Vorschriften basiert, minimiert nicht nur das Risiko von Unfällen und rechtlichen Konsequenzen. Es schafft auch die Grundlage für einen reibungslosen, effizienten und störungsfreien Lagerbetrieb. Gut gewartete und sicher betriebene Palettenregale sind langlebiger, reduzieren Ausfallzeiten und tragen zur Motivation und zum Sicherheitsgefühl der Mitarbeiter bei.

Letztendlich ist die Investition in Qualität und Sicherheit eine Investition in die Zukunftsfähigkeit des eigenen Unternehmens. Die Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Fachhändler, der nicht nur Produkte verkauft, sondern auch durch Konfiguratoren, Fachberatung und ein umfassendes Sortiment an Zubehör unterstützt, ist dabei von unschätzbarem Wert. Unternehmer sollten ihre Lagereinrichtung nicht als reinen Kostenfaktor, sondern als zentrales Element ihrer betrieblichen Verantwortung und ihres wirtschaftlichen Erfolgs betrachten. Ein sicheres Lager ist ein produktives Lager und schützt das wertvollste Gut eines jeden Unternehmens: seine Mitarbeiter und seine rechtliche Integrität.

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