Warum spielt die Followerzahl überhaupt eine Rolle?
Die Zahl der Follower eines Profils auf Social Media prägt den ersten Eindruck, den Betrachter von dem Profil haben: Bei Dates, bei Bewerbungen, in der eigenen sozialen Gruppe. Entsprechend groß ist der Wunsch, sie zu erhöhen. Und ebenso groß ist die Frage: Ist das Kaufen von Followern eigentlich legal? Wir klären, was für das eigene Profil gilt und wie sich Nutzer sinnvoll aufstellen, um mehr Follower zu gewinnen.
Follower kaufen mit persönlichem Profil: Legal oder nicht?
Die kurze Antwort: Ja. Wer Follower für ein persönliches Profil kauft, muss grundsätzlich keine rechtlichen Folgen befürchten. Wer aus Eigeninteresse – also ohne unternehmerischen Hintergrund – an dem eigenen Social Media Profil arbeitet, hat beim Kauf von Followern mit keinen rechtlichen Konsequenzen zu rechnen.¹
Warum das so ist, lässt sich schnell erklären. „Illegal” bedeutet, dass eine Handlung gegen ein Gesetz verstößt. Ein solches Verbotsgesetz existiert beim Follower-Kauf schlicht nicht. Der Deal mit dem Anbieter ist zivilrechtlich ein ganz normaler Vertrag: Eine Leistung wie Reichweite oder Follower wird gegen Geld vermittelt, und dieser Vertrag ist wirksam.² Es gibt keinen Rechtsbereich, der den Kauf von Followern und Co. für ein persönliches Profil verbieten würde.
Auch das Wettbewerbsrecht, das in Debatten über gekaufte Reichweite häufig genannt wird, greift beim persönlichen Profil nicht. Es setzt eine geschäftliche Handlung voraus – also ein Handeln im geschäftlichen Verkehr zu Zwecken des eigenen oder fremden Unternehmens. Wer dagegen sein Hobby-Profil pusht oder schlicht eine höhere Followerzahl anstrebt, nimmt am geschäftlichen Wettbewerb nicht teil. Damit scheidet diese Sorge rund um den Reichweiten-Kauf für das persönliche Profil von vornherein aus.
Kippen kann die Situation, sobald kommerzieller Eigennutz ins Spiel kommt. Wer etwa Werbepartner gezielt über die Herkunft der eigenen Reichweite täuscht, um an Kooperationen zu verdienen, bewegt sich in einem anderen Feld.¹ Dann handelt es sich allerdings nicht mehr um ein persönliches Profil einer Privatperson, sondern um eine geschäftliche Nutzung.
Bleibt die Plattform-Frage, die im Hintergrund oft mitgedacht wird: Bestrafen die Sozialen Netzwerke Profile, die Follower kaufen? Hier hilft ein kurzes Gedankenexperiment: Man stelle sich vor, Instagram würde Profile wegen „gekaufter Follower” sperren. Dann ließe sich ohne Weiteres eine größere Follower-Menge für eine Person kaufen, die man nicht mag und das Profil dieser Person wäre gesperrt. So leicht würde Instagram es missgünstigen Personen wohl nicht machen.
Für persönliche Profile gilt also: Gegen Bezahlung vermittelte Follower sind kein Problem. Unternehmen sollten im Einzelfall prüfen, welche Rechtslage für sie anwendbar ist.
Wie lässt sich ein Profil optimieren, um mehr Follower zu bekommen?
Die rechtliche Frage ist damit entschieden. Die praktische lautet allerdings: Wie kommen überhaupt mehr Follower auf das eigene Profil – und welche Rolle spielt dabei der Zukauf von außen?
Vor jeder weiteren Maßnahme steht das Fundament des Profils. Profilbild, Bio und eine erkennbare Nische entscheiden, ob aus einem Besucher auch ein Follower wird. Ein Profil, das auf den ersten Blick erkennen lässt, wofür es steht, überzeugt eher als ein beliebiges Sammelsurium. Bevor von außen zugekauft wird, lohnt daher der Blick auf die Basics.
Neben dem Profil selbst ist der Content der nächste Hebel. Konsistenz schlägt hier Perfektion: Regelmäßige Postings, klare Formate – aktuell vor allem Reels – und die Nutzung aktueller Trends erzeugen die Signale, an denen sich Sichtbarkeit entscheidet. Wer zu unregelmäßig postet, verschenkt Potenzial, unabhängig von der Höhe der Followerzahl.
Zur Sichtbarkeit lässt sich mit verschiedenen Maßnahmen sinnvoll beitragen: passende Hashtags, treffende Captions und die richtigen Posting-Zeiten erweitern die Reichweite über den eigenen Follower-Kern hinaus.
Dazu kommen Antworten auf Kommentare, Interaktion mit anderen Accounts, oder Kollaborationen mit Freunden. Das Reel aus dem letzten gemeinsamen Urlaub sollte mit allen Beteiligten gemeinsam gepostet werden, dafür gibt es die Co-Autor Funktion. Das multipliziert die Reichweite des Posts enorm.
Hinter dem Wunsch nach mehr Followern steckt ein bekannter psychologischer Mechanismus. Eine höhere Followerzahl erhöht die gefühlte Relevanz eines Profils und damit die Bereitschaft anderer, selbst ebenfalls ein follow da zu lassen. Die Psychologie spricht hier von Social Proof. Dort setzt der gezielte Zukauf an: Wer den Herdentrieb-Effekt verstärken möchte, kann dafür Instagram Follower kaufen; Als Ergänzung zum organischen Aufbau des Profils, nicht als Ersatz.
Fazit
Für das eigene persönliche Profil ist der Follower-Kauf legal: Ein Verbotsgesetz gibt es nicht, der Kaufvertrag ist wirksam, und mit rechtlichen Konsequenzen ist grundsätzlich nicht zu rechnen.¹ ² Wer mehr Reichweite aufbauen möchte, kann das entspannt angehen – sinnvollerweise aufbauend auf einem Profil, das auch organisch überzeugt. Die Optimierung des eigenen Profils bleibt die Basis, der Zukauf von Followern ist ein Hebel unter mehreren.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.
Quellen
2: https://www.anwalt-daum.de/ist-es-legal-follower-zu-kaufen/

