Leistungen, Qualifikationen und Sicherheitsstandards
Bei einem Surfcamp handelt es sich um eine Reise bzw. ein Angebot, die Unterkunft, Verpflegung und Surfkurse in einem Paket anbietet. Wellenreiten lernen liegt voll im Trend und wer dies einmal in einem Surfurlaub ausprobieren möchte, der sieht sich auf dem Markt mit zahlreichen, unterschiedlichen Surfcamps konfrontiert. Es ist gar nicht so einfach ein passendes und qualitativ gutes Surfcamp zu finden, welches den eigenen Wünschen und Vorstellungen entspricht. Es gibt normale Surfcamps, spezielle Jugend Surfcamps, Familien Surfcamps, Surf- und Yoga Camps und sogar Surfcamps nur für Frauen.
Wir geben einen Leitfaden, welche Punkte jeder Reisende bei der Auswahl des Surfcamps beachten sollte. Neben den inhaltlichen Kriterien und Wünschen wie Lage und Ausstattung des Surfcamps, Zielgruppe etc. sind natürlich auch die Qualifikations- und Sicherheitsstandards und andere rechtliche Aspekte bei der Auswahl des Surfcamps zu beachten.
Der Betrieb eines Surfcamps unterliegt vielfältigen rechtlichen Kriterien, die je nach Land (innerhalb oder außerhalb der EU) variieren können. Grundsätzlich handelt es sich um eine Kombination aus Reiseveranstaltung, Sportunterricht und oft Beherbergung.
20 Jahre Erfahrung bei der Auswahl von Surfcamps
Surfcamps bieten wir nun schon seit fast 20 Jahren über BLUE JUICE Camps an, so dass wir mit Fug und Recht behaupten können, dass wir einen ganz guten Überblick über die verschiedenen Surfcamps in Europa und auch weltweit und deren Angebote haben. Wir schauen uns die Surfcamps regelmäßig vor Ort an und prüfen die Einhaltung der Qualifikationen und Sicherheitsstandards.
1. Inhaltliche Kriterien und Leistungen des Surfcamps
Natürlich ist das Budget für den Urlauber wichtig bzw. auch die Anreisekosten zum Surfcamp (Flug, Mietwagen etc.) etc., aber anhand folgender Kriterien und Leistungsmerkmale des Surfcamps sollte jeder Reisende prüfen, ob das Surfcamp das richtige Ziel für ihn ist.
1.1 Surflevel und Surfbedingungen
Zunächst sollte jeder Urlauber schauen, ob die Surflevel der Surfkurse zu ihm passen. Es gibt Surfkurse für Anfänger, Aufsteiger und Fortgeschrittene. Surfkurse für Anfänger oder Aufsteiger bieten aber eigentlich alle Camps an. Als Fortgeschrittener sollte der Urlauber darauf achten, ob es einen Fortgeschrittenenkurs gibt oder nur Guiding. Vielleicht gibt es auch nur Privatunterricht für Fortgeschrittene.
Natürlich sind auch die Surfspots bei dem Surfcamp zu beachten. Sind es anfängerfreundliche Sandstrände ohne Felsen, Steine und große Strömungen? Der Surfspot sollte auch wenn möglich nicht der einzige weit und breit sein und damit womöglich total überlaufen.
Auch die Surfbedingungen und die Saison sind zu beachten. Wann sind überhaupt die besten Wellen im Jahr für das Level des Urlaubers? Auf dem europäischen Festland, auf den Kanaren, in Marokko
sowie auf Madeira, den Azoren und Sardinien ist es für Anfänger und Aufsteiger von Frühjahr bis Herbst am besten. Im Sommer kann es auch überall mal den ein oder anderen Tag keine oder sehr kleine Wellen haben.
1.2 Die Lage des Surfcamps
Die Lage des Surfcamps ist einer der wichtigsten Faktoren bei der Wahl eines Surfcamps. Eigentlich selbstverständlich sollte das Camp in der Nähe von guten Surfspots liegen und leicht zugänglich sein. Die beliebtesten Surfcamps liegen direkt an einem Sandstrand mit perfekten Bedingungen für Anfänger, so dass im besten Fall zu Fuß zum Surfkurs gegangen werden kann. Sollte das Surfcamp nicht direkt im Strandnähe sein, sollte man zumindest schnell per Transfer bei den Surfspots sein und dort gute Parkmöglichkeiten haben.
1.3 Die Surfkurse
Der Surfkurs ist natürlich die Hauptleistung eines jeden Surfcamps. Es gibt viele Faktoren, die die Qualität eines Surfkurses ausmachen. Wie intensiv bzw. wie lange sind die täglichen Surfeinheiten? Sind die Gruppen überschaubar? Gehören die Surflehrer zum Surfcamp oder wird eine externe Surfschule eingesetzt. Wird auch die notwendige Theorie vermittelt? Gibt es vielleicht sogar eine Videoanalyse? Das alles sind wichtige Faktoren für den Surfkurs und die Auswahl des Surfcamps.
1.4 Die Unterkunft und die Größe
Die Art der Unterkunft spielt eine große Rolle bei der Qualität und der Auswahl des Surfcamps. Es gibt Surfcamps auf Campingplätzen oder in richtigen Villen mit Pool. Letztendlich ist es aber auch einfach eine Frage des Budgets und des Geschmacks des Urlaubers. Jeder Gast sollte sich die Beschreibung und Bilder des Surfcamps genau anschauen.
1.5 Die Ausstattung des Surfcamps
Die Ausstattung des Surfcamps ist ebenfalls ein wichtiger Faktor. Wie sind die Gemeinschaftsräume ausgestaltet? Gibt es gutes WiFi, einen TV, Bücher, Musik etc. Ist Verpflegung inbegriffen oder kann zumindest eine Küche genutzt werden? Gibt es Co-Working Bereiche? Ist immer ein Ansprechpartner im Haus? Gibt es vielleicht sogar eine Rezeption, wo man immer Fragen loswerden oder Tipps für die Umgebung bekommen kann?
1.6 Zielgruppe des Surfcamps
Es gibt spezielle Surfcamps für Jugendliche, für Familien oder sogar nur für Frauen. Da ist es natürlich leicht das passende Camp zu finden. Bei den anderen, üblichen Camps sollte sich jeder Urlauber informieren, wie alt die Gäste im Schnitt sind. Eher Jüngere Anfang 20 oder eher um die Mitte 30 oder älter. Natürlich ergibt sich oft auch alleine durch den Preis das entsprechende Publikum. Surf Villen in Portugal mit Pool und mit Verpflegung, Yoga und Surfkurs sind für ein anderes Publikum gedacht, als Zeltcamps in Frankreich auf dem Campingplatz.
1.7 Sonstige Aktivitäten
Jeder Urlauber sollte auch darauf achten, ob das Surfcamp neben dem Surfen noch sonstige Aktivitäten anbietet und was alles im Surf Paket enthalten ist. Ein gewisses Rahmenprogramm sorgt immer für ein schönes Gruppenerlebnis und für einen schönen Urlaub. Was wird abends angeboten? Gibt es vielleicht eine Movie Night, einen BBQ Abend, Live Musik, Videoanalyse zum Surfkurs, Tischtennis, Yoga etc.? Können Bikes oder Skateboards gemietet oder genutzt werden?
2. Qualifikationen und Sicherheitsrichtlinien
Jedes Surfcamp muss diverse Qualifikations- und Sicherheitsrichtlinien einhalten. Dies hängt von dem jeweiligen Land oder der Region ab. Unabhängig vom Land müssen aber die Surf Lehrer immer die notwendigen Lizenzen und eine Rettungsschwimmerausbildung haben. Auch die Einhaltung lokaler Sicherheitsvorschriften, die Bereitstellung von geeignetem Material (Softboards für Anfänger) und Einhaltung von Sicherheitsregeln im Wasser sollte bei der Auswahl des Surfcamps beachtet werden. Der Deutscher Wellenreit Verband vergibt ein offizielles Gütesiegel für DWV-anerkannte Wellenreitschulen anhand folgender Kriterien. Andere Surfverbände z.B. Frankreich, Portugal und Spanien haben ähnliche Richtlinien, die geprüft werden können.
2.1 Leitung
Jeder Schulstandort muss von einer Person geleitet werden, die eine gültige DOSB (Deutscher Olympischen Sportbund) Übungsleiter B-Lizenz Wellenreiten (oder Äquivalent) besitzt.
2.2 Material
• Das Surfcamp bzw. die Surfschule muss über eine entsprechenden Auswahl an Surfmaterial verfügen.
• Die Surfboards müssen auf die unterschiedlichen Voraussetzungen (Alter, Gewicht, Größe,Leistungsfähigkeit) der Urlauber abgestimmt sein.
• Die Neoprenanzüge und Lycras müssen nach jeder Kurswoche intensiv gereinigt werden.
• Für den theoretischen Unterricht muss die Surfschule eine Auswahl an geeigneten Unterrichtsmedien nachweisen können.
2.3 Sicherheitsrichtlinien
• Unterrichtung der örtlichen Strandwacht über die Anwesenheit der Schulungsgruppe am Strand
• jede Schulungsgruppe muss ein mobiles Telefon, eine Trillerpfeife, ein 1. Hilfe Koffer DIN Norm 13169, eine Ersatzleash und ein angemessenes Rettungsbrett/ Shortboard zur Verfügung haben.
• Übungsleiter müssen das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen (DRSA) Silber der DLRG (oder Äquivalent) besitzen. Alle Übungsleiter müssen den Nachweis über eine Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Lehrgang des Deutschen Roten Kreuzes (oder Äquivalent) besitzen.
• Ein Schüler-Lehrer-Schlüssel von 8:1 darf unabhängig von der Gruppengröße nicht überschritten werden.
2.5. Qualitätsstandard des Unterrichts
• Die Surfschüler müssen auf Risiken und Gefahren des Wellenreitens hingewiesen werden.
• Die Mindestanforderungen an einen Anfängerkurs, unabhängig seiner Länge, bestehen in der ausführlichen theoretischen Einweisung in die Themen Materialkunde, Umgang mit
Strömungen und Gezeiten, Verhalten in Notfällen, Surfregeln, umweltbewusstes Verhalten etc.
• Der Surfkurs soll methodisch-didaktisch sinnvoll strukturiert sein und mit theoretischen Vorträgen über die Hintergründe von Wetter, Wellen, Gezeiten und Strömungen angereichert werden.
• Es darf in maximal hüfttiefem Wasser geschult werden. Die Schwimmfähigkeit der Surfschüler muss zwingend überprüft werden.
3. Sonstige rechtliche Aspekte
Wenn das Surfcamp aus einer Kombination von Unterkunft und Surfkurs besteht, gilt es oft als Pauschalreise. Es sollte geprüft werden, ob das Surfcamp hier alle rechtlichen Vorgaben erfüllt. Insgesamt sind folgende rechtliche Aspekte einzuhalten:
• AGB (Allgemeine Geschäftsbedingungen): Notwendigkeit umfassender AGBs, die Stornierungsbedingungen, Haftungsausschlüsse und Leistungen detailliert regeln.
• Reiseveranstalter-Haftpflichtversicherung: Absicherung gegen Personen- und Sachschäden der Teilnehmer.
• Insolvenzabsicherung: Pflicht zur Absicherung der Kundengelder gegen Insolvenz (Sicherungsschein).
• Informationspflichten: Klare Darstellung von Leistungen, Einreisebestimmungen und Preisen.
• Haftungsausschluss: Klauseln, die die Haftung für selbstverschuldete Unfälle der Teilnehmer ausschließen, müssen rechtssicher formuliert sein.
• DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung): Einhaltung der DSGVO, besonders bei der Speicherung von Teilnehmerdaten.
• Fotos/Videos: Einwilligung der Teilnehmer zur Veröffentlichung von Fotos/Videos in sozialen Medien (Instagram/Facebook) des Camps.
• Impressum

